Wissen

Gründer trifft Investor

Mit Jöran Fricke vom Business Angels Netzwerk Sachsen-Anhalt

Frage 1: Unternehmensgründer haben erfahrungsgemäß eine geringe 

Eigenkapitalquote und sind auf Investoren angewiesen. Ist vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise Investitionskapital knapper geworden?

Jöran Fricke
Jöran Fricke

Jöran Fricke: Das ist aus meiner Sicht nicht erkennbar, jedoch betrachten wir auch vorrangig die kleineren Investitionsvorhaben bis zu einem Finanzbedarf in Höhe von insgesamt einer Million Euro. Hierbei werden meistens 10 bis 20 Prozent Eigenkapitalquote angefragt und diese Quote ist im Netzwerk auch durch Syndizierungsmöglichkeiten vorhanden.

Frage 2:Was sind für Sie die drei wichtigsten Kriterien für eine positive Investitionsentscheidung?

Gründer trifft Investor

Herr Heimann von der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft

Team der SBG: Stephan Baar, André Blume, Dr. Christian Heimann (v.l.n.r.)
Team der SBG: Stephan Baar, André Blume, Dr. Christian Heimann (v.l.n.r.)

Frage 1: Unternehmensgründer haben erfahrungsgemäß eine geringe Eigenkapitalquote und sind auf Investoren angewiesen. Ist vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise Investitionskapital knapper geworden?
Herrn Heimann: Die Frage ist nur nach Segmenten zu beantworten: Nach SBG-Einschätzung ist das Investitionskapital im Bereich der privaten Investoren (Family-Offices, Corporate VC, Business Angels etc.) tatsächlich geringer geworden, da hier Vermögenseffekte aus der Finanz- und Wirtschaftskrise zu vermuten sind. Die Investoren, die sich aus öffentlichen Quellen refinanzieren, dürften ihre feststehenden und bis auf weiteres unveränderlichen Fondsgrößen haben.
Spezifisch bei der SBG haben die Investoren im vierten Quartal 2008 entgegen dem wahrgenommenen Trend entschieden, den SBG-Fonds signifikant aufzustocken.
Unabhängig von der Entwicklung des Investitionskapitals dürfte allerdings die Investitionsneigung in den vergangenen vier Quartalen über alle oben genannten Segmente hinweg einen deutlichen Dämpfer erhalten haben, weil sich auch die Beteiligungsgesellschaften nicht immer der allgemeinen Stimmung entziehen können.

Gründer trifft Investor

Frau Hauptmann von der KfW

(Die Fragen werden hier aus Sicht des ERP-Gründerfonds beantwortet und sind nicht allgemein gültig für Investitionsentscheidungen der KfW in anderen Programmen zu werten.)

Ute Hauptmann
Ute Hauptmann


Impuls:Unternehmensgründer haben erfahrungsgemäß eine geringe Eigenkapitalquote und sind auf Investoren angewiesen. Ist vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise Investitionskapital knapper geworden?
Frau Hauptmann: Bei einer geringen Eigenkapitalquote ist es erforderlich, diese durch eine entsprechende Finanzierungsstruktur zu verbessern. Insofern ist eine Finanzierung über Banken, die mit den Darlehen fast ausschließlich Fremdkapital vergeben, nicht sinnvoll. Eine Stärkung der Eigenkapitalbasis wird für junge Technologieunternehmen nur über das Einwerben von Beteiligungskapital möglich sein.
In diesem Bereich ist in der Tat eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Viele Investoren finanzieren aktuell nur noch in ihre Bestandsunternehmen und sind nicht daran interessiert, ihr Portfolio zu erweitern.
Zudem gelingt es den Risikokapitalgebern selbst auch nur schwer, ihre eigenen Fonds mit ausreichend Kapital auszustatten.
Allerdings gibt es auch eine Reihe von Finanziers, die Beteiligungsmöglichkeiten suchen, da die Bewertungen der Unternehmen relativ gesehen für Investoren derzeit sehr günstig sind. Letztendlich kommt es für die Gründer nach wie vor darauf an, ihre Geschäftsidee überzeugend und realistisch zu präsentieren.

Fehlt Deutschland eine Gründerkultur?

Die Bedeutung kultureller Einflüsse auf das Unternehmertum

Die Selbstständigenquote im europäischen Vergleich
Die Selbstständigenquote im europäischen Vergleich

Die wichtigste Voraussetzung für die Gründung von Unternehmen ist die Existenz von Gelegenheiten. Gleichbedeutend ist jedoch, dass sich ergebende Gelegenheiten von Entrepreneuren erkannt werden und diese auch die Fähigkeiten und Risikobereitschaft haben, sie zu verfolgen und umzusetzen. Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Gelegenheiten sind von nationalen Gegebenheiten wie dem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, der nationalen Gründungspolitik und, nicht zuletzt, auch von kulturellen Einflüssen abhängig.

Im europäischen Vergleich liegt die Selbstständigenquote in Deutschland mit 11,2 % (Abb. 1) im unteren Drittel und auch der jährlich erscheinende Global Entrepreneurship Monitor zeigt, dass Deutschland geringe entrepreneurische Aktivität aufweist. So stellt sich immer wieder die Frage, ob in Deutschland eine Gründerkultur fehlt, und welche Faktoren einen Einfluss darauf ausüben.

Das Hörbuch Vincent

Ein traditionsreicher Wein findet neue Märkte
Von Frosina Stevkovska

Cover Vincent-Hörbuch
Cover Vincent-Hörbuch

Als hilfreiche Ergänzung zur optimalen Vorbereitung einer Unternehmensgründung möchte das Team vom Impuls-Netzwerk Sachsen-Anhalt das selbst produzierte Hörbuch "Vincent – Ein traditionsreicher Wein findet neue Märkte" vorstellen.

Die Geschichte vom Winzer Vincent gibt einen Einblick darüber, wie er seine über Jahre gereifte Unternehmensidee, ein eigenes Weingut zu gründen, schrittweise in ein Unternehmenskonzept umwandelt, um letztlich seinen Traum von einer Existenzgründung zu realisieren.

Geprägt durch die Kindheitserinnerungen und mit Hilfe seines umfangreichen Wissens, das sein Großvater ihm weitergab, entwickelt Vincent die Vision, mit seinem Wein eine vertrautere, traditionsbewusste und naturverbundene Umwelt zu schaffen, in der die Menschen in gemeinsamem Genuss zusammenfinden. Hier spielt das Verhältnis zu den Kunden des Weingutes eine besondere Rolle: diese sollen den Wein nicht nur kaufen, sondern auch einen Teil des Lebensstiles und der Philosophie des Winzers mit erwerben.